
Anbieterunabhängig
Yeastar Telefonanlage: Beratung, Einrichtung und Support für die P-Serie
Die Yeastar P-Serie gibt es als Appliance, als Software und als Cloud-Anlage. Wir planen, installieren und betreuen sie anbieterunabhängig und sagen offen, wann sie passt.
DEBFT-Schwerpunkt

Steckbrief Yeastar
- Anbieter
- Yeastar
- Sitz
- Xiamen, China (Europa-Vertrieb über Partner)
- Betrieb
- Cloud, On-Premise
- Preis
- Jahres-Abo je Plan, ab ca. 150 € netto je Appliance
- Geeignet für
- KMU mit 10–500 Nutzern
- Stärke
- Appliance, Software und Cloud mit gleichen Apps
Offizielle Website von Yeastar ↗
Stand: Oktober 2026. Preise laut Anbieter, ohne Gewähr.
- P-Serie als Appliance, Software oder Cloud
- Apps, Call-Center und CRM-Anbindung inklusive
- Teams-Anbindung ohne Teams-Phone-Lizenz
- Datenschutz und Herkunft sachlich geprüft
Integrationen von Yeastar
- Bitrix24direkt eingebaut
- Google Workspacedirekt eingebaut
- HubSpotdirekt eingebaut
- Microsoft Dynamics 365direkt eingebaut
- Microsoft Outlookdirekt eingebaut
- Microsoft Teamsdirekt eingebaut
- Odoodirekt eingebaut
- Oracle Hospitality OPERAdirekt eingebaut, Hotel-PMS (FIAS-Schnittstelle)
- Salesforcedirekt eingebaut
- Zendeskdirekt eingebaut
- Zoho CRMdirekt eingebaut
- Zoho Deskdirekt eingebaut
Laut Herstellerangaben, Stand November 2026. Der Funktionsumfang kann je nach Tarif und Version abweichen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Yeastar Telefonanlage?
Yeastar veröffentlicht keine öffentliche Preisliste, die Preise berechnen Distributoren und Partner. Sie zahlen für die Hardware oder die Software-Kapazität, dazu ein Jahres-Abo für den Plan (Standard, Enterprise oder Ultimate). Hinzu kommen Telefone, SIP-Trunk und Einrichtung. Händlerlisten nennen für Einstiegsmodelle Pläne im niedrigen bis mittleren dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr. Ein belastbares Angebot gibt es erst nach einer Bestandsaufnahme.
Ist eine Telefonanlage eines chinesischen Herstellers ein Datenschutzrisiko?
Der Herstellersitz allein entscheidet nicht über die Datensicherheit. Wichtig ist, wo Ihre Gesprächsdaten liegen und welche Dienste mit dem Hersteller verbunden sind. Bei Appliance und Software betreiben Sie die Anlage selbst. Optionale Cloud-Dienste wie KI-Transkription laufen über Unterauftragnehmer, die Yeastar in seiner Auftragsverarbeitung benennt. Wir prüfen vorab, welche Dienste Sie wirklich aktivieren, und empfehlen eine dokumentierte Risikobewertung.
Appliance, Software oder Cloud: Welche Yeastar-Variante passt zu uns?
Die Appliance ist ein fertiges Gerät für den Serverschrank und passt zu Betrieben, die eine Anlage vor Ort wollen. Die Software Edition läuft auf Ihrem eigenen Server oder in einer virtuellen Maschine. Die Cloud Edition betreibt Yeastar oder ein Provider für Sie. Entscheidend sind Ihre IT-Betreuung, Ausfallsicherheit, Kapazität und Datenschutzvorgaben. Standard-Plan gibt es nur für die Appliance.
Kann ich Yeastar mit Microsoft Teams nutzen, ohne Teams Phone zu kaufen?
Ja, mit der Integration „Linkus for Teams“. Sie bettet den Linkus-Client in Teams ein, sodass Sie Anrufe in Teams steuern, während die Gespräche über die Yeastar-Anlage laufen. Laut Yeastar ist dafür keine Teams-Calling-Lizenz nötig, aber der Enterprise- oder Ultimate-Plan und ein Microsoft-365-Tarif mit Teams. Die Telefonie bleibt in der Yeastar-Anlage.
Alle Details zu diesem Thema
Yeastar ist ein Hersteller aus Xiamen (China), dessen P-Serie als Hardware-Appliance, Software oder Cloud-Anlage läuft. Abgerechnet wird als Jahres-Abo je Plan (Standard, Enterprise, Ultimate) und Kapazität. Die Anlage bringt Apps, Warteschlangen, Teams-Anbindung und CRM-Integrationen mit. Hosting, Datenschutz und die Herkunftsfrage sollten Sie vor dem Kauf prüfen.
Was ist Yeastar?
Yeastar ist ein Hersteller von IP-Telefonanlagen mit Hauptsitz in Xiamen in der chinesischen Provinz Fujian. Das Unternehmen nennt auf seiner Website 2006 als Gründungsjahr und rund 20 Jahre Erfahrung in der Geschäftskommunikation. Die Produkte werden weltweit über Distributoren, Systemhäuser und Service-Provider vertrieben, auch in Deutschland. Preise und Angebote für Endkunden kommen in der Regel von diesen Partnern.
Yeastar gehört zu den Systemen, die DEBFT am häufigsten plant, einrichtet und betreut. Wir bewerten es trotzdem nüchtern: Die Anlage passt sehr gut zu bestimmten Anforderungen und weniger gut zu anderen. Dieser Text hilft Ihnen, das einzuordnen.
Das aktuelle Produkt heißt P-Serie (P-Series Phone System). Sie ersetzt die ältere S-Serie, die wir weiter unten abgrenzen. Die P-Serie gibt es in drei Betriebsformen mit weitgehend gleichen Funktionen:
- Appliance Edition: ein Gerät mit Yeastar-Firmware für den Serverschrank oder Schreibtisch.
- Software Edition: die gleiche Software auf Ihrem eigenen Server oder in einer virtuellen Maschine.
- Cloud Edition: die Anlage als Dienst, entweder von Yeastar gehostet oder in Ihrer eigenen Infrastruktur betrieben.
Der Vorteil: Sie können mit einer Appliance starten und später auf Software oder Cloud wechseln, ohne dass sich Bedienung und Apps grundlegend ändern. Das macht Yeastar auch für hybride Telefonanlagen interessant, etwa wenn Zentrale und Filialen unterschiedlich angebunden werden.
Welche Produkte und Editionen gibt es?
Hardware-Appliances im Überblick
Für die Appliance Edition bietet Yeastar vier Modelle an. Die Kapazitätsangaben stammen aus Herstellerseiten und Händlerdatenblättern. Prüfen Sie sie vor der Bestellung am aktuellen Datenblatt.
| Modell | Typischer Einsatz | Nutzer | Gleichzeitige Gespräche |
|---|---|---|---|
| P520 | Kleines Büro, Praxis | bis 20 | 10 |
| P550 | Kleineres bis mittleres Unternehmen | bis 50 | 25 |
| P560 | Mittelstand, mehrere Standorte | 100, erweiterbar auf 200 | 30, erweiterbar auf 60 |
| P570 | Größere Organisationen | 300, erweiterbar auf 500 | 60, erweiterbar auf 120 |
Bei P560 und P570 lässt sich die Kapazität über ein zusätzliches DSP-Modul (D30) erhöhen. Die P560 ist laut Yeastar der Nachfolger der S100 und bietet dieselbe Nutzerzahl bis 200 bei 60 gleichzeitigen Gesprächen.
Software und Cloud Edition
Die Software Edition läuft auf einem eigenen Server. Beim Kauf wählen Sie Plan, Zahl der Nebenstellen und gleichzeitigen Gespräche, die Laufzeit von einem bis fünf Jahren sowie optionale Dienste. Die Kapazität lässt sich später erweitern. Eine kostenlose Testlizenz gilt 30 Tage.
Die Cloud Edition gibt es in zwei Formen. Bei der gehosteten Variante betreibt Yeastar oder ein Partner die Anlage für Sie. Bei „Bring your own Infrastructure“ stellen Sie oder Ihr Dienstleister die Server in einem eigenen Rechenzentrum. Yeastar beschreibt dafür den Betrieb auf VMware, Hyper-V, KVM oder Proxmox mit mehreren Servern (unter anderem Session Border Controller und PBX-Knoten). Das ist eher etwas für Provider als für ein Büro mit 20 Mitarbeitenden.
Die drei Pläne: Standard, Enterprise, Ultimate
Der Funktionsumfang hängt vom abonnierten Plan ab. Das ist bei Yeastar der wichtigste Auswahlpunkt.
| Plan | Verfügbar für | Wesentliche Funktionen |
|---|---|---|
| Standard | nur Appliance | Linkus-Apps (Mobil, Desktop, Web), Telefonie, Operator Panel, Team-Chat, Remote-Access-Dienst, automatische Telefon-Provisionierung |
| Enterprise | Appliance, Software, Cloud | alles aus Standard plus Inbound-Call-Center (ACD, Prioritäten, Skill-Routing, Wallboard, SLA-Auswertung), Omnichannel-Nachrichten (WhatsApp, SMS), Remote-SIP-Dienst, Integrationen (Microsoft 365, CRM, Helpdesk) |
| Ultimate | Appliance, Software, Cloud | alles aus Enterprise plus Video, Active-Directory-Anbindung mit SSO, Linkus Client SDK, Disaster Recovery mit Ausweich-Server |
Für Enterprise und Ultimate bietet Yeastar eine 30-tägige Testphase an, die Sie in der Verwaltungsoberfläche der Anlage aktivieren.
Welche Funktionen bringt die P-Serie mit?
Telefonie und Verwaltung
Die Grundfunktionen decken, was ein Büro täglich braucht: Weiterleiten, Parken, Heranholen, Übergabe, Sprachmenüs (IVR), Warteschlangen, Rufgruppen, Konferenzräume, Rufnummernzuordnung und Gesprächsaufzeichnung. Die Verwaltung läuft im Browser. Rollenbasierte Rechte, gruppenbasierte Nebenstellenverwaltung und automatische Provisionierung von IP-Telefonen sparen Zeit bei Neuanlagen. Wie Sprachmenüs sinnvoll aufgebaut werden, erklärt unser Ratgeber zum Sprachmenü (IVR).
Linkus-Apps für Mobil, Desktop und Browser
Linkus heißt die Softphone-Familie von Yeastar. Es gibt einen Web-Client, Apps für iOS und Android, Desktop-Clients für Windows und macOS sowie eine Chrome-Erweiterung. Mitarbeitende telefonieren damit im Homeoffice oder unterwegs mit der Firmennummer, sehen den Status von Kollegen, chatten und halten Audio-Konferenzen ab. Videoanrufe sind dem Ultimate-Plan vorbehalten. Für den Außendienst oder mobiles Arbeiten ist das ein zentrales Argument, mehr dazu im Ratgeber zur Homeoffice-Telefonie.
Der Zugriff von außen kann über einen Remote-Access-Dienst von Yeastar laufen, den es bei Appliance und Software Edition gibt. Er muss datenschutzrechtlich bewertet werden, siehe den Abschnitt zu Datenschutz.
Call-Center-Funktionen
Im Enterprise-Plan enthält die Anlage ein Inbound-Call-Center. Dazu gehören priorisierte Warteschlangen, Verteilung nach Fähigkeiten der Agenten (Skill-based Routing), Rückruf aus der Warteschlange, ein Wallboard für Teamleiter, Überwachung von Service-Levels und Berichte. Für Support-Teams und Vertriebsinnendienste mit einigen Dutzend Agenten reicht das häufig aus.
Ein Outbound-Call-Center mit Auto-Dialer (Power, Progressive, Agentless) und Sperrliste gibt es nur in der Software Edition als kostenpflichtige Zusatzfunktion. Wer aktiv Kampagnen telefoniert, muss zusätzlich Werberecht (UWG) und Einwilligungen klären. Das ist kein Thema der Anlage, sondern des Vertriebs.
Anbindung an Microsoft Teams
Yeastar bindet Microsoft Teams über die App „Linkus for Teams“ an. Der Linkus-Web-Client wird in Teams eingebettet. Anrufe werden in Teams bedient, laufen aber über die Yeastar-Anlage und deren SIP-Trunks. Laut Yeastar benötigen Sie dafür weder Middleware noch eine Teams-Calling-Lizenz. Voraussetzung sind der Enterprise- oder Ultimate-Plan, eine aktuelle Firmware (mindestens Version 37.24.0.122 laut Integrationsanleitung), eine konfigurierte Domain für den Fernzugriff und ein Microsoft-365-Tarif mit Teams.
Das ist eine Alternative zur klassischen Teams-Telefonie. Wann welche Lösung besser passt, vergleichen wir auf der Seite zur Microsoft Teams Telefonanlage und im Ratgeber Teams oder klassische Telefonanlage. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kopplung folgt im Ratgeber Teams-Telefonie mit Yeastar verbinden.
CRM- und Helpdesk-Integrationen
Yeastar nennt Anbindungen an Zoho, Salesforce, HubSpot, Bitrix24, Odoo und Microsoft Dynamics 365, für Support-Systeme Zendesk und Zoho Desk. Dazu kommen Microsoft Outlook, Entra ID (Azure AD) mit Benutzer-Abgleich und SSO sowie Google Workspace. Eigene oder lokale CRM-Systeme lassen sich über Vorlagen anbinden. Typische Funktionen sind Anrufer-Erkennung, Klick-zum-Wählen und automatische Protokollierung von Gesprächen. Welche Anbindung sich lohnt, zeigt die Übersicht zu CRM- und CTI-Integrationen, etwa die Seiten zu Salesforce und HubSpot.
KI-Funktionen
Für die Software und die Cloud Edition bietet Yeastar KI-Zusatzdienste an: Gesprächs-Transkription, KI-generierte Zusammenfassungen und einen KI-Empfang (AI Receptionist). Teile davon sind kostenpflichtig. Diese Funktionen lassen sich abschalten. Sie sind datenschutzrechtlich sensibel, weil Sprachdaten an Unterauftragnehmer gehen (siehe unten). Wer KI-Telefonassistenten einsetzt, muss außerdem die Transparenzpflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung beachten. Mehr dazu im Ratgeber KI-Telefonassistent im Unternehmen.
Sicherheitsfunktionen
Yeastar nennt unter anderem verschlüsselte Gespräche (SRTP und TLS), Zwei-Faktor-Anmeldung, eine globale Sperrliste für Angreifer-IPs, Ländersperren und automatische Abwehrregeln. Das ersetzt keine saubere Firewall-Konfiguration und keine regelmäßigen Updates.
Welche Endgeräte laufen an einer Yeastar?
Yeastar arbeitet nach dem SIP-Standard und provisioniert Telefone automatisch. In der Konfigurationsanleitung für die P-Serie beschreibt der Hersteller die Einrichtung für Yealink, Fanvil, Snom und Cisco. Auch DECT-Systeme von Yealink und Fanvil sind dort dokumentiert. Für analoge Geräte wie Faxe oder Türsprechstellen bietet Yeastar eigene Gateways (TA-Serie) an, die Sie alternativ durch Gateways anderer Hersteller ersetzen können.
Ein Hinweis zu Yeastar-eigenen Telefonen: Wir haben für die P-Serie keine eigene DECT- oder Tischtelefon-Linie des Herstellers belegt gefunden. Üblich sind Telefone von Drittherstellern, die Yeastar freigegeben hat. Prüfen Sie vor dem Kauf immer die aktuelle Kompatibilitätsliste von Yeastar für das konkrete Modell und die Firmware.
| Gerät | Empfehlung |
|---|---|
| Tischtelefone | Yealink, Fanvil, Snom: Modell und Firmware gegen die Yeastar-Liste prüfen |
| DECT | Yealink- oder Fanvil-DECT mit IP-Basisstationen; Reichweite per Funkausleuchtung planen, siehe DECT-Telefone im Unternehmen |
| Analog (Fax, Tür, Aufzug) | Gateway; Funktion vor Umstellung testen |
| Headsets | Per USB oder Bluetooth am PC beziehungsweise Smartphone mit Linkus |
Was kostet eine Yeastar Telefonanlage?
Yeastar nennt auf der öffentlichen Website keine Listenpreise. Die Preisberechnung läuft über das Partnerportal, die Händler geben eigene Preise weiter. Eine feste Preisliste können wir deshalb nicht angeben. Das Modell ist aber klar:
- Appliance: Einmalkosten für das Gerät, dazu ein Plan-Abo. Der Standard-Plan ist nur für die Appliance verfügbar, für Enterprise- oder Ultimate-Funktionen buchen Sie ein Abo.
- Software Edition: Jahresabo je Plan, abhängig von Nebenstellen und gleichzeitigen Gesprächen, Laufzeit ein bis fünf Jahre.
- Cloud Edition: laufendes Abo, gehostet bei Yeastar oder einem Provider; bei Providern häufig monatlich je Nebenstelle abgerechnet.
- Zusatzdienste: Hot Standby, Disaster Recovery, Hotel-Modul, Outbound-Call-Center, KI-Transkription und KI-Empfang werden gesondert abonniert.
Händlerlisten zeigen für Enterprise-Pläne einer Einstiegs-Appliance Beträge von rund 150 bis 270 € netto pro Jahr, der Ultimate-Plan liegt höher. Das sind Richtwerte aus Händlerangaben, Stand Oktober 2026. Sie schwanken je nach Händler, Modell und Laufzeit, für größere Modelle liegen die Pläne deutlich darüber. Fragen Sie immer ein aktuelles Angebot an.
Rechenbeispiel (Richtwert)
Die folgenden Beispiele zeigen die Kostenstruktur. Nicht belegte Posten sind bewusst nicht beziffert, weil sie vom Angebot abhängen.
| Posten | 10 Nutzer (Praxis, Büro) | 50 Nutzer (Mittelstand) |
|---|---|---|
| Gerät | P520 (bis 20 Nutzer) | P550 (bis 50 Nutzer) |
| Plan-Abo | Enterprise: rund 150–270 € netto/Jahr (Händler-Richtwert, rund 1,25–2,25 € je Nutzer und Monat) | Enterprise für P550: Angebot einholen, keine belastbare Händlerangabe |
| Tischtelefone | 10 × 50–400 € = 500–4.000 € | 50 × 50–400 € = 2.500–20.000 € |
| SIP-Trunk | je nach Kanälen und Anbieter | je nach Kanälen und Anbieter |
| Einrichtung, Portierung, Schulung | nach Aufwand | nach Aufwand |
Die Telefone sind bei beiden Größen der größte Posten. Wer überwiegend mit Headset und Linkus-App arbeitet, spart hier viel. Den Einfluss von Gesprächskosten klärt der Ratgeber zum SIP-Trunk-Vergleich. Allgemeine Budgets finden Sie unter Telefonanlage-Kosten.
Wie steht es um Datenschutz und Hosting?
Der Datenschutz hängt davon ab, welche Betriebsform und welche Zusatzdienste Sie nutzen.
Appliance und Software Edition: Die Anlage steht bei Ihnen oder in Ihrem Rechenzentrum. Sprachdaten, Aufzeichnungen und Verbindungsdaten verbleiben dort. Das ist die datensparsamste Variante.
Cloud Edition: Yeastar nennt Amazon Web Services als Plattform für seine Hosting-Leistung und spricht von Rechenzentren in mehreren Regionen, darunter Europa. Welche konkreten Standorte für Ihre Instanz gelten, lassen Sie sich im Vertrag bestätigen. Einzelne deutsche Provider betreiben die Yeastar-Cloud-Anlage zusätzlich in eigenen Rechenzentren in Deutschland, dann ist der Provider Ihr Auftragsverarbeiter.
Auftragsverarbeitung: Yeastar stellt für Cloud und Software Edition eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung bereit. Dort steht, dass Daten auch außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums verarbeitet werden können, abgesichert durch EU-Standardvertragsklauseln. Neue Unterauftragnehmer müssen Sie schriftlich genehmigen, Sie können widersprechen.
Unterauftragnehmer der optionalen Dienste: Laut dieser Vereinbarung (Stand Oktober 2026) laufen Fernzugriff und Fernverwaltung über AWS-Standorte, darunter Deutschland, Frankreich, Irland und Italien. Videokonferenzen gehen über den Dienst Agora, KI-Transkription über AWS und Zusammenfassungen über Azure OpenAI, der KI-Empfang über ElevenLabs (USA, Belgien). Die genannten Standorte liegen teils außerhalb der EU. Alle diese Dienste lassen sich abschalten, dann fließen keine personenbezogenen Daten an den jeweiligen Dienstleister. Transkripte und Zusammenfassungen werden dort laut Yeastar höchstens sieben Tage gehalten. Für Instant Messaging nennt die Vereinbarung bei PBX-Versionen vor 26.2 einen Dienstleister in China, ab 26.2 wird der Chat lokal verarbeitet. Das zeigt, warum der Firmware-Stand für den Datenschutz relevant ist.
Zertifizierungen: Yeastar nennt auf seiner Website GDPR, ISO 27001, ISO 9001 und ISO 14001 (laut Anbieter, ohne eigene Prüfung durch uns).
Für Praxen, Kanzleien und andere Berufsgeheimnisträger gelten zusätzlich § 203 StGB und die Schweigepflicht. Gesprächsaufzeichnungen und KI-Transkription brauchen dort besondere Sorgfalt. Eine rechtliche Prüfung ersetzen diese Hinweise nicht. Hintergründe liefern die Ratgeber Telefonanlage und DSGVO und Gesprächsaufzeichnung im Unternehmen. Bei Betriebsrat denken Sie an die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, siehe Betriebsrat und Telefonanlage.
Wie ist die Herkunft aus China einzuordnen?
Diese Frage hören wir bei Yeastar regelmäßig. Eine sachliche Einordnung hilft mehr als ein pauschales Ja oder Nein.
Was feststeht: Der Hersteller sitzt in China. Firmware und Entwicklung stammen von dort. Der Betrieb der Anlage selbst findet bei Appliance und Software Edition aber in Ihrem Netz statt. Gespräche und Aufzeichnungen liegen auf Ihrem System. Datenflüsse zum Hersteller und zu dessen Dienstleistern entstehen vor allem durch optionale Dienste wie Fernzugriff, Fernverwaltung oder KI-Funktionen.
Was zu bewerten ist:
- Lieferkette und Firmware: Wie bei jeder Netzwerk-Hardware sind Updates und die Herkunft der Firmware ein Thema. Halten Sie die Anlage aktuell und betreiben Sie sie nicht ungeschützt am Internet.
- Cloud- und Fernzugriff-Dienste: Schalten Sie nur die Dienste ein, die Sie brauchen. Prüfen Sie die Unterauftragnehmer in der Auftragsverarbeitung.
- Regulierte Bereiche: Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur und Unternehmen mit Beschaffungsvorgaben sollten die Anforderungen ihrer Auftraggeber prüfen. Manche Vorgaben schließen Hersteller bestimmter Länder aus.
- Dokumentation: Halten Sie die Entscheidung in einer kurzen Risikobewertung fest. Das hilft bei Audits.
Aus unserer Sicht ist die Herkunft kein pauschales Ausschlusskriterium, aber ein Prüfpunkt, den wir vor jedem Projekt offen mit Ihnen besprechen. Wer das Thema ausschließen will, findet in Deutschland und der EU Hersteller wie STARFACE oder pascom.
Was ist mit der alten Yeastar S-Serie?
Die S-Serie (S20, S50, S100, S300) ist die Vorgänger-Generation der P-Serie.
- S100 und S300: Allgemeine Bestellungen sind seit dem 1. Juli 2022 beendet (End of Sale). Das Support-Ende (End of Life) nennt die Abkündigungsliste von Yeastar mit dem 1. Juli 2027. Als Nachfolger empfiehlt Yeastar P560 und P570. Die P560 deckt dieselbe Nutzerzahl von 200 ab.
- S20 und S50: Hier führt die Abkündigungsliste von Yeastar (Stand Oktober 2026) keinen Eintrag, und die Produktseiten sind noch online. Wir empfehlen trotzdem, mit dem Distributor den Lieferstatus und die Update-Zusage zu klären.
Für Betreiber einer S100 oder S300 heißt das: Spätestens 2027 entfällt der Herstellersupport. Eine Anlage ohne Support ist ein Sicherheits- und Ausfallrisiko, vgl. den Ratgeber Telefonanlage Ende des Supports. Der Umstieg auf die P-Serie ist ein Austausch der Anlage. Konfiguration, Telefone, Apps und Lizenzen müssen neu geplant werden, ob und wie Daten übernommen werden können, klären wir im Einzelfall. Mehr zum Vorgehen auf unserer Seite Telefonanlage erneuern.
Vor- und Nachteile der Yeastar P-Serie
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Appliance, Software und Cloud mit gleichem Funktionsumfang | Kaum öffentliche Preise, Angebote nur über Partner |
| Apps für Mobil, Desktop und Browser sind im Plan enthalten | Funktionen hängen am Plan, viele erst ab Enterprise |
| Inbound-Call-Center, CRM- und Teams-Anbindung ohne Zusatzserver | Standard-Plan nur für die Appliance |
| Breite Telefonunterstützung (Yealink, Fanvil, Snom, Cisco) | Keine eigenen Tisch- und DECT-Telefone belegt |
| Teams-Anbindung ohne Teams-Phone-Lizenz | Herkunftsfrage und Unterauftragnehmer müssen geprüft werden |
| Eigener Betrieb möglich, Daten bleiben im Haus | Jahres-Abo: ohne Verlängerung entfallen Updates und Plan-Funktionen |
| Disaster Recovery und Hot Standby verfügbar (mit Ultimate-Plan und zweitem Server) | Hot Standby, Fernzugriffsdienste und Outbound-Call-Center nur bei Appliance oder Software, teils kostenpflichtig |
Für wen eignet sich Yeastar?
Yeastar passt gut, wenn Sie
- 10 bis einige hundert Nutzer telefonisch anbinden und Appliance, Software oder Cloud flexibel wählen wollen,
- mobiles Arbeiten, Homeoffice und eine einheitliche App brauchen,
- einen Inbound-Support-Bereich mit Warteschlangen und Auswertungen betreiben,
- Microsoft Teams als Oberfläche nutzen, die Telefonie aber in einer eigenen Anlage halten möchten,
- mehrere Standorte über eine Anlage verbinden.
Yeastar passt eher nicht, wenn
- ein Hersteller mit Sitz in Deutschland oder der EU zwingend vorgegeben ist,
- Sie eine fertige Cloud-Telefonie zum festen Preis je Nutzer ohne jede Technik wollen. Dann sind Placetel oder die Telekom Cloud PBX meist einfacher,
- Sie viele Spezialfunktionen klassischer Anlagen brauchen, etwa komplexe Hotel- oder Klinik-Abläufe, die Sie vorab prüfen müssen,
- niemand die Anlage technisch verantworten soll (Updates, Firewall, Trunk).
Einrichtung, Migration und Support durch DEBFT
Wir planen, installieren und betreuen Yeastar-Anlagen anbieterunabhängig. Wir empfehlen Yeastar nur, wenn es zu Ihrem Bedarf passt, und vergleichen vorher mit Alternativen. Ein Projekt läuft so ab:
- Bestandsanalyse: Nutzer, Standorte, gleichzeitige Gespräche, Sonderanschlüsse, vorhandene Telefone.
- Konzept: Betriebsform (Appliance, Software, Cloud), Plan, Kapazität, Trunk-Anbieter, Datenschutzbewertung.
- Einrichtung: Firmware, Firewall, Rufgruppen, Warteschlangen, Ansagen, Linkus-Apps, Provisionierung der Telefone.
- Rufnummernportierung: Koordination mit dem bisherigen Anbieter, siehe Rufnummernportierung.
- Integrationen: CRM, Teams, Verzeichnisdienst.
- Schulung und Übergabe: Einweisung für Mitarbeitende und Administratoren.
Details finden Sie unter Telefonanlage installieren lassen und Wartung und Support. Wenn Sie vorab klären möchten, ob Yeastar zu Ihnen passt, nutzen Sie unsere Telefonanlagen-Beratung. Die Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich.
Yeastar-Störung: Was wir häufig sehen
Typische Fälle sind Telefone, die sich nach einem Update nicht mehr anmelden, einseitiger Ton durch falsche NAT- oder Firewall-Einstellungen, ein ausgelaufenes Plan-Abo, das Funktionen sperrt, oder ein Trunk, der nach einem Routertausch nicht mehr registriert. Wir helfen per Fernwartung und bei Bedarf vor Ort, auch bei Anlagen, die wir nicht installiert haben.
Alternativen zu Yeastar
- 3CX: Software-Anlage mit Lizenz nach gleichzeitigen Gesprächen. Ein direkter Vergleich folgt im Ratgeber Yeastar oder 3CX.
- Placetel: Gemanagte Cloud-Telefonie aus Deutschland.
- Telekom Cloud PBX: Cloud-Anlage mit Telekom-Anschluss.
- Microsoft Teams Telefonie: Sinnvoll, wenn Teams ohnehin das zentrale Werkzeug ist.
- STARFACE und pascom: Deutsche Hersteller mit Fachhandelsmodell.
Eine Übersicht aller Systeme bietet der Telefonanlagen-Vergleich. Eine ausführliche Einführung zum Produkt folgt im Ratgeber Yeastar P-Serie Telefonanlage.
Quellen
Abruf der Quellen am 31.10.2026 (Stand Oktober 2026). Kapazitäts- und Händlerpreisangaben stammen aus Händler- und Datenblattauszügen und sind nicht einzeln gegen Herstellerdatenblätter geprüft.
- Yeastar: P-Series Phone System (Editionen, Funktionen, Integrationen)
- Yeastar: P-Series Subscription Plans (Standard, Enterprise, Ultimate)
- Yeastar Help Center: Purchase License for New P-Series Software Edition
- Yeastar Help Center: Microsoft Teams Integration Guide (Appliance Edition)
- Yeastar Help Center: Deploy Yeastar P-Series Cloud PBX in Data Center
- Yeastar: P-Series Cloud Edition Data Processing Agreement
- Yeastar: End-of-Sale and End-of-Life Policy
- Yeastar: S100 VoIP PBX (End-of-Sale-Hinweis)
- Allgemeiner Überblick: Yeastar Website
Weitere Fragen
Was passiert mit der alten Yeastar S-Serie?
Die S100 und S300 sind seit 1. Juli 2022 nicht mehr allgemein bestellbar, das Supportende nennt Yeastar mit 1. Juli 2027. Als Nachfolger empfiehlt Yeastar P560 und P570. Für S20 und S50 führt die Abkündigungsliste von Yeastar derzeit keinen Eintrag. Wer eine S-Serie betreibt, sollte die Migration rechtzeitig planen. Wir prüfen den Bestand und erstellen einen Umstiegsplan.
Helfen Sie auch bei einer Yeastar, die ein anderer Dienstleister eingerichtet hat?
Ja. Wir prüfen Firmware-Stand, Plan und Laufzeit, Trunk-Anbindung, Fernzugriff und Sicherheitseinstellungen und beheben akute Störungen. Danach können wir die laufende Betreuung übernehmen. Voraussetzung ist ein Administratorzugang zur Anlage oder zum Yeastar-Konto. Das gilt für Appliance, Software und Cloud Edition.
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